Der 2. Weltkrieg hat die Vergangenheit Deutschlands geprägt. Den Betroffenen hat er sie jedoch geraubt. Waren die Kriegsjahre für die heutigen noch lebenden Veteranen dennoch vergebens?

Franz Gockel ist ein Kind dieser Zeit. Als Sohn des gleichnamigen Vaters wurde er 1925 in eine Dachdeckerfamilie geboren. Sein Streben war es, direkt nach seiner Ausbildung als Dachdeckermeister den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Doch sein Schicksal stellte sich zunächst dagegen.

Nach dem Beginn seiner Dachdeckerlehre bekam Franz Gockel 1943 den Einsatzbefehl. Als seine Einweisung im Ausbildungslager abgeschlossen war, führte ihn sein Weg in die Normandie, an die Küste des Landungsstrandes der alliierten Truppen "Omaha Beach". Sicherlich hätte zu dieser Zeit niemand zu glauben vermocht, mit welcher Tragik dieser Ort einmal in die Geschichte eingehen würde.

"D-day", der Tag der Invasion der Amerikaner steht heute für den Tag der Befreiung von der deutschen Gewaltherrschaft durch die Alliierten. Aber diese ist blutig errungen worden. Der Landeabschnitt "easy-red", wie er vor der Operation von den Amerikanern genannt wurde, trägt heute für die amerikanischen Überlebenden nicht zu Unrecht den Namen "dark red". "Das Wasser am Landestrand war dunkelrot von Blut gefärbt". Der erbitterte Widerstand der deutschen Truppen forderte von einer Vielzahl Menschen das Leben. Was von den Nationen als Befreiungsschlag empfunden wurde, hat sich in die Köpfe der Beteiligten als Trauma eingebrannt.

Franz Gockel verdankt nur einem Zufall sein Leben. Durch eine Schußverletzung an der Hand wurde er in ein Lazarett eingeliefert und entkam so dem sicheren Tod. Nach der Gefangenschaft und den Wirren der Nachkriegszeit nahm er wieder seinen beruflichen Werdegang auf und führte das Unternehmen seines Vaters erfolgreich weiter. Doch die Erinnerung an die Ereignisse ließen ihn nicht los. Es wurde sein innerster Wunsch an den Ort des Geschehens zurückzukehren, mit der Vergangenheit in Einklang zu kommen, sie abschließen zu können. Doch die Rückkehr zu dem ehemaligen Schlachtfeld wurde nicht zu einem Abschluß mit der Vergangenheit, sondern zu einem Ort der Begegnung. Die Begegnung mit den Menschen, die sein Schicksal geteilt haben, unabhängig von der Nationalität und Hautfarbe. Dort, wo er alte Freunde verlor, lernte er neue Freunde kennen. Freunde, die zuvor erbitterte Gegner waren. Hatte diese Zeit, in der die Soldaten die Hölle durchschritten, nicht doch seinen Sinn gehabt? Und wenn sie dazu dient, künftige Kriege zu verhindern, so war die Vergangenheit nicht vergebens!

Heute blickt Franz Gockel, dem 1992 wegen seiner Verdienste das Bundesverdienstkreuz am Bande und 1997 das Europakreuz für europäische Zusammenarbeit der Soldaten verliehen wurde, auf sein Leben zurück. Ein Leben geprägt durch Angst und Schrecken, aber auch erfüllt durch Erfolg und Anerkennung. All dies hat er für sich und für seine Nachwelt in Form eines Buches festgehalten, in der Hoffnung, dass das Erlebte niemals verloren gehe. Es ist ein Buch, das die Geschehnisse in einer ergreifenden Art und Weise berichtet, die auch die heutige Generation ansprechen wird. Das Buch ist in deutsch und französisch erschienen im:

 

HIRLE VERLAG
131, rue Boecklin
67000 Straßburg, Frankreich
Telefon: +33 3 88 41 85 01

In deutscher Sprache mit dem Titel:
"DAS TOR ZUR HÖLLE"
OMAHA BEACH 6 JUNI 1944
ISBN 2-914729-24-3

In französischer Sprache mit dem Titel:
"LA PORTE DE L'ENFER"
OMAHA BEACH 6 JUNI 1944
ISBN 2-914729-23-5